QR-Code, Augmented Reality, Virtual Reality: Die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten zeigen sich für Marketing, PR und Vertrieb von ihrer Sonnenseite. Wenn man sie lässt. Wer auf Mobile Apps und Kampagnen setzt, dem steht die Tür zur digitalen Welt weit offen.

Kein Content? Dann erst mal nachsitzen.

Nur wer es versteht, die Möglichkeiten richtig einzusetzen, der profitiert auch davon. Wer keinen vernünftigen Content dafür hat, dem sei gesagt: Finger weg. Denn der kurzfristig erkaufte Wow-Effekt schlägt langfristig mit Frustration und Abneigung zurück. Denn weder der QR-Code noch Augmented Reality sind schuld, wenn Kampagnen aufgrund schlechten Contents oder mangelhafter Umsetzung versagen.

Vier Szenarien für digitales Marketing

Szenario “Mobile App Marketing”: Neugier schaffen, Nutzen zeigen und ab zur App

Die App “maptosnow” zeigt Skifahrern und Snowboardern, was sie über den Tag geleistet haben. Höhenmeter, Strecken – und das ganze auf einer Map. Gut gemacht und nettes Gadget für den Winter.

Mobile Marketing Welt - Maptosnow

Sehr gut gefällt mir das Marketing dafür. Als ich vergangene Woche an der Liftkasse stand, sah ich eine junge Skifahrerin ihr iPhone zücken und kurzerhand auf ein Plakat neben der Kasse halten. Sie hat sich die App runtergeladen. Toll – einfach die Wartezeit genutzt, gut positioniert und ein verständliches Plakat mit QR-Code, das den Nutzen der App erklärt. Und das sagt noch einer, der QR-Code sei tot. Falsch!

Szenario “Interaktive Erlebniswelten”: Der Showroom wird digital und virtuell

Die Automobilhersteller sind häufig Vorreiter bei Markenkommunikation und erlebnisreichen Vertriebsformaten. Der Autokauf ist ein sehr emotionales Erlebnis und sämtliche Marken arbeiten permanent an der Kundenbindung. Audi hat sich zusammen mit der Digitalagentur Razorfish gleich einen kompletten virtuellen Showroom einfallen lassen, der mittlerweile sogar mit einer Auszeichnung bei den DMMA Onlineawards bedacht wurde – der Audi City.

Faszinierend, oder? Die Nutzer befinden sich in einer interaktiven Erlebniswelt und erleben eine digitale Markenwelt. Da darf man sich dann auch für die Zukunft das komplette Eintauchen in die virtuelle Realität mit Oculus Rift vorstellen.

Szenario “Crossmedia Communication” – Augmented-Reality-App als digitales Interface

Auf seiner Seite Faszination Hybrid zeigt der japanische Herstaller eine Mischung aus Storytelling, Technik- und Produkt-Info. Losgelöst von der Produkt-Website will Toyota damit für die Hybrid-Technologie sensibilisieren und begeistern. Für die Steigerung der Aufmerksamkeit konzipierte die Frankfurter Agentur Saatchi & Saatchi eine Augmented-Reality-Anwendung. Die Besucher der Website konnten per Postkarte ein digitales Feuerwerk abschießen.

Mobile Marketing Welt - Toyota Hybrid Augmented Reality

Hybrid New Year” bietet eine wirklich gelungene Benutzerführung, mit der die Auswahl des Feuerwerks und der Postkarte zum Kinderspiel wird. Selbst eine kleine Vorschau wurde eingebaut – schönes Detail. Die Umsetzung auf dem Smartphone – also das Feurwerk und die User Experience – sind handwerklich sauber umgesetzt. Allerdings bleibt leider ein Teil des Glanzes der Webführung auf der Strecke. Hier hätte man dem Augmented-Reality-Content durchaus die selbe Liebe zum Detail gönnen dürfen, wie der Webseite.

Szenario “Mobile Point-of-Sale” – Kiosksysteme am POS und Info “to take away”

Matratzen sind wahrlich nicht sexy. Auf die passende Qualität achten aber die meisten Käufer. Wie also ein Erlebnis am Point-of-Sale schaffen und gleichzeitig das Thema Mobile angehen? Der Matratzenhersteller Rummel ließ ein Kiosk-System für seine Premiumpartner entwerfen. Damit können die Vertriebsmitarbeiter am POS oder auf der Messe virtuelle Messdiagnosen durchführen.

Mobile Marketing Welt - Rummel SENSOflex Augmented Reality

Die Kunden können ihre Messergebnisse mit nach Hause nehmen und bequem wieder aufrufen. Dafür haben die AR-Spezialisten von RE’FLEKT aus München gesorgt. Die individuellen Messdaten werden auf einem QR-Code gespeichert, den der Kunde ausgedruckt bekommt. Mit der Sensoflex-App von Rummel lassen sich die Daten in der Augmented-Reality-Ansicht darstellen. Der POS wird mit Augmented Reality mobil.

Fazit

Digitale Kommunikation und Mobile Marketing sind häufig verwendete Begriffe. Wer seine Zielgruppen auf der Customer Journey mit visuellen Highlights und hochwertigem Content anspricht, dem sind Aufmerksamkeit, Begeisterung und ein Beitrag zur Markenbildung sicher. Und nicht vergessen: Content und Usability sind die Kings – sonst geht das Spiel verloren.

Über den Autor:

Mobile Marketing Welt - Gastautor Dirk SchartDirk Schart ist Corporate Communications Manager der RE’FLEKT GmbH in München und zuständig für Kommunikation, PR und Marketing. Er hat Kommunikationswissenschaften, Marketing und BWL studiert und eine Master Thesis über Augmented Reality in der Unternehmenskommunikation geschrieben. Seine Leidenschaft für Digital Communication und Mobile Marketing teilt er auch als Referent, wie z.B. auf der dmexco 2013 und 2014.

 

Ähnliche Artikel