Immer mehr Unternehmen erkennen das Potenzial von Smartphones für neue Themen: Zugangskontrolle, Couponing, mCommerce oder Payment stehen beispielhaft für einen sprunghaft steigenden Anwendungsbereich für Smartphones beim Konsumenten.

Smartphones mit NFC auf dem Vormarsch

Allein in Deutschland werden in diesem Jahr mehr als 25 Millionen Smartphones verkauft – mehr als jeder zweite Handynutzer besitzt heute bereits ein solches Gerät. Mit der immer höheren Durchdringung, erschließen sich nun auch neue Geschäftsmodelle und Anwendungsbeispiele – die kritische Masse für derartige Anwendungen ist bereits erreicht.

Die Technologiesprünge bei Smartphones waren in den vergangenen 5 Jahren signifikant, Prozessoren, Kameras, Speicher oder Displays entwickeln sich rasend in immer höhere Bereiche. Der nächste, große Hype wird nun eine in die Geräte verbaute Nahfunktechnologie namens “NFC” – Near Field Communication” sein. Mittels dieser Technologie, können beispielsweise in einem Bereich von wenigen Zentimetern Informationen ausgetauscht oder abgerufen werden. Bereits in diesem Jahr werden mehr als 10 Mio. Smartphones in Deutschland über NFC verfügen.

Angebote im Markt – NFC wird heute genutzt

  1. Access Control in der Imtech Arena Hamburg
  2. Touch & Travel von der Deutschen Bahn
  3. Mobile Payment auf Smartphones von Vodafone oder O2
  4. Messeinformation auf dem Mobile World Congress
  5. mMarketing im Handel von Nearfieldsolutions

Branchenübergreifend sind bereits Projekte, welche von der einfachen und intuitiven Nutzung von NFC Anwendungen  profitieren, gestartet.

So können Zuschauer in der Imtech Arena z.B. bei Spielen des HSV bereits Ihre Eintrittskarte sicher auf der SIM-Karte des Smartphones speichern und Ihr digitales Ticket an einem entsprechenden Zugangsterminal  einlösen. Handy dranhalten – und los geht’s.

Mobile Payment ist ein starkes Wachstumfeld, in welchem NFC Smartphones eine große Rolle spielen. So können Bahnkunden das Angebot “Touch&Travel” bereits seit letztem Jahr nutzen um Ihr Ticket zu bezahlen, Mobilfunkanbieter wie die Vodafone oder O2 arbeiten an mWallet oder ähnlichen Bezahlverfahren, bei denen einfach und kontaktlos an der Kasse mit dem Mobiltelefon gezahlt werden kann. Hierfür wird eine digitale Geldbörse auf dem Handy gespeichert, gesichert auf der SIM-Karte.

Auch sehr einfache Anwendungsbeispiele verbreiten sich nun – auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona, konnten Besucher sich Informationen zur Messe über einfache NFC-Tags abrufen. Auf einer großen Wand in zentralen Bereichen wurden die Info-Blöcke dargestellt, durch kurzes “tappen” des Handys an den NFC Tag wurden detaillierte Informationen direkt auf dem Handydisplay angezeigt.

NFC-Geräte und daraus resultierende neue, innovative Geschäftsmodelle steigen rapide an und werden in vielen Bereichen die omni-präsenten QR Codes ablösen.

Auch der Handel kann von dem Boom im den Bereich profitieren. Erste Pilotangebote in USA, Frankreich und Südkorea haben bereits sehr positive Resonanz gebracht. Die Conversion von NFC Angeboten ist um das 5-Fache höher als vergleichbare QR-Angebote. Warum? Der Nutzer hat keine Hürde mehr zu überwinden. Weder eine App noch kryptische Codes stören – ein frei gestalteter NFC Tag, Handy daran halten – und der Nutzer bekommt die gewünschte Information, oder löst die gewünschte Aktion aus.

Innovative Unternehmen mit Expertise aus Mobilfunk, Endgerätegeschäft, neuartigen Marketing- und Vertriebsmodellen bieten bereits ein Ecosystem zu Umsetzung neuartiger Kampagnen. Diese bieten höhere Conversion-Rates als bisherige Formen von Kampagnen und zusätzlich höheres Konsumenten-Involvement durch spielerisch einfache Nutzbarkeit.

Ein Beispiel für NFC basiertes Marketing bietet auch das junge Unternehmen Nearfieldsolutions mit Sitz in Bonn in Form maßgeschneiderter Kampagnentools zum Einsatz im Retail direkt am Verkaufsregal, direkt im Kontakt mit den Kunden an. Dem Handel wird somit ermöglicht in direkte Kommunikation mit den Kunden im Geschäft, am Verkaufsregal zu kommen um das Einkaufserlebnis zu emotionalisieren und Umsätze von Online Anbietern zurückzuholen. Das neue Verkaufserlebnis führt schlussendlich zu mehr Umsatz, höherer Kundenzufriedenheit und zu qualifizierteren Kundenfeedback für den Handel.

Wir werden also die neue Technologie Nearfieldcommunication zukünftig in immer mehr Lebensbereichen antreffen.

Über den Autor:

Prof. Dr. Dirk Berndsen (Diplom-Kaufmann Uni Köln, Dr.phil.) ist Prorektor und Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Vor seiner Berufung an die Hochschule war er Geschäftsführer und Partner bei verschiedenen Unternehmensberatungen mit dem Schwerpunkt Handel und Marketing.

 

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